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Heilpraktiker Andreas Brandl
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Geschichte der Hypnosetherapie

  1. Hypnose bei frühen Kulturvölkern
    Bereits bei den Sumerern sind Hinweise auf Hypnose zu finden. Sie beschreiben einen durch besondere spirituelle Rituale erzeugten heilsamen Schlaf. Ebenso wird in Hieroglyphen der alten Ägypter, sowie im Mahabharata der Hindus von dem Gebrauch der Hypnose berichtet. Aus Schriftrollen der alten Ägypter aus dem dritten Jahrhundert vor Christus wird berichtet, wie durch die Fixation eines leuchtenden Gegenstandes ein Junge in Hypnose versetzt wird. Die Hierbei entstandene Trance wurde zum Hellsehen verwendet.
    Die antiken Griechen richteten schon ca. 400 v. Chr. sogenannte Schlaftempel ein. Es wird dort von Heilungen wie Handlähmung, Blindheit und Hautmalen berichtet. Diese Tradition der Anwendung von Hypnose in Schlaftempeln verbreitete sich im laufe von 1000 Jahren weiter über Griechenland, Rom, Ägypten und Karthago.
     

  2. Hypnose bei Naturvölkern
    Von den Naturvölkern wird berichtet, das Sie in der Anwendung der Hypnose eine lange und vielfältige Tradition besitzen. So wird etwa von australischen Medizinmännern berichtet, die bei Initiationsriten Körper öffnen und narbenlos wieder verschließen. der Berichterstatter Bastian schreibt um 1890 über Eingeborene in Britisch-Guyana die von Kopfschmerzen mittels hypnotischen Schlaf heilen. Bei den amerikanischen Indianern werden rhythmische Tänze benutzt um in einen Trance-Zustand zu gelangen. 
     

  3. Hypnose in der Religion
    Viele Kulturen benutzen Hypnose in der Religion zur Meditation oder zum Gebet. So ist heute allgemein bekannt, das Yoga starke physiologische Veränderungen bewirkt. Beim Lung-gom, einer tantrischen Praktik versetzt sich der Läufer in Trance um besonders sicher Hindernisse zu erkennen und sein Ziel zu fixieren. Beim Zen-Buddhismus werden ausgedehnte Meditationstechniken angewandt, die eine hypnotische Trance nach sich ziehen. Aber auch die monotonen Rosenkranzgebete der katholischen Kirche wirken ähnlich einer Tranceinduktion.
     

  4. Hypnose im Mittelalter
    Es wird von zahlreichen Delinquenten im Mittelalter berichtet, die sich mittels Selbst- suggestion den Folterkellern der heiligen Inquisition entzogen haben. Sie nutzten die Möglichkeit der Schmerzanästhesie um der "peinlichen Befragung" zu widerstehen.
     

  5. Hypnose beim Exorzismus
    Der Pater Johann Joseph Gassner betätigte sich im 18. Jahrhundert als Landpfarrer in der Schweiz, der das Amt des Exorzisten inne hatte. In einem von Ihm verfassten Lehrbuch beschreibt er verschiedene Formen der Besessenheit und deren Heilung durch hypnotische Techniken (die er freilich als eine besondere Form des Exorzismus beschrieb). So versuchte er zunächst durch Provokation den Beweis der Besessenheit zu führen. War dieser erbracht, so ließ er zunächst Krämpfe in verschiedene Glieder fahren und die Teufel im Menschen dort verschiedene Gefühle und Verhaltensweisen ausüben. Anschließend befahl er durch die somit erhaltene Macht über diese Teufel, deren verschwinden.
    (Die von Gassner geschilderten Symptome der Besessenheit würden heute wohl eher dem Formenkreis der Dissoziativen Störung zugeschrieben werden)

"Wissenschaftliche Hypnose"

  • Franz Anton Mesmer (1734-1815)
    Nachdem Mesmer Theologie, Philosophie, Jura und Medizin studierte, schreibt er in seiner Dissertation über den Einfluss der Gestirne auf den Körper. Er stellte die Theorie des  animalischen Magnetismus auf, mit dessen Hilfe er Heilungen durchführte. Meist führte er Kollektivbehandlungen durch, in denen  er eine Gruppe von Menschen um ein mit Eisen- stangen gefülltes Holzfass mit magnetisierten Wasser anordnet. Durch die Berührung der Eisenstangen die aus dem Fass ragten, an den kranken Körperstellen, erfolgte dann die Heilung. Zur Verstärkung der Therapie lies Mesmer Musik einspielen oder verwendete große Spiegel während er Oberbauch und Glieder berührte. Dem Zeitgeist entsprechend (nach Entdeckungen von Newton, Volta und Galvani), versuchte er die hypnotischen Phänomene physikalisch durch die Kraft des Magnetismus zu erklären. Eine von Ludwig den XVI. eingesetzte Untersuchungskommission, der u.a. Franklin und Guillotin angehörten, lies Mesmers Versuch, den animalischen Magnetismus wissenschaftlich anzuerkennen scheitern. 
     

  • James Braid (1795-1860)
    Der englische Augenchirurg James Braid nimmt an einer Show- vorführung des Magnetiseurs LaFontaine teil und erkennt kritisch, dass das Lidflattern des Klienten echt und somit nicht simuliert sein kann. Darauf hin unternimmt er mit einem leuchtenden Gegenstand eigene Versuche zur Augenfixation und erkennt, das er dadurch ähnliche Phänomene wie durch verbale Anweisungen erzielen kann. 

    Durch diese Erkenntnisse verwirft er die Theorie des Magnetismus. Er nimmt vielmehr an, das für die erzeugten Phänomene hirn- organische Veränderungen verantwortlich sind. 

    Er führt zahlreiche Augenoperationen unter hypnotisch erzeugter Anästhesie durch und sorgt so in England für aufsehen. Die 
    Methode verbreitet sich rasch im Angelsächsichen Raum, hält sich jedoch nur wenige Jahre da die Entdeckung der Narkosemittel Äther und Chloroform neue Möglichkeiten zur Anästhesie bieten.

    Von James Braid stammt der Begriff Hypnose. Er vermutet zunächst, das es sich bei den Phänomenen um einen schlafähnlichen Zustand handelt und leitet deshalb aus dem griechischen hypnos = Schlaf den Begriff Hypnose ab. Später widerruft er seine Theorie und sieht den hypnotischen Zustand als einen vom Schlaf Abzugrenzenden. Doch der Begriff
    Hypnose hat sich zu diesem Zeitpunkt schon durchgesetzt.

  • Die Schule von Nancy
    An der Universität von Nancy interessiert sich der Professor für innere Medizin Hippolyte Bernheim (1840-1919) für die Arbeit des Landarztes Auguste Ambroise Liébeault (1823-1904). 
    Liébeauld wird von seinen Fachkollegen als Quacksalber verachtet, da er die einfache Landbevölkerung durch Hypnose und ohne Honorar behandelt. 

    Bernheim begründet mit einigen Psychiatern die "Schule von Nancy" und führt als erster die Wirkung der Hypnose auf die Wirkung der Suggestion zurück. Damit stand er mit Kollegen wie Charcot in heftigem widerstand.

    Bei Bernheim studierten u.a. der Russe Bechterew, August Forel und Freud.
     

  • Die Salpetriere
    Martin Charcot (1825-1893), Chefarzt einer Abteilung der Salpêtrière, eines 5000 Betten fassenden Krankenhauskomplexes, war wohl der berühmteste Neurologe des ausgehenden 19. Jahrhunderts. 


  • Er versuchte mittels Hypnose den Zustand eines epileptischen Anfalls von dem eines Hysterikers zu unterscheiden. Durch seine Untersuchungen grenzte er drei unterschiedliche Stadien der Hypnose ab: Lethargie, Katalepsie und Somnambulismus. Diese Erkenntnisse veröffentlichte Charcot vor der Académie des Sciences (diese lehnte vorher Mesmers Magnetismus ab) und lies der Hypnose, als wissenschaftliche Methode, Anerkennung erfahren.


    Schüler Charcots sind u.a. Gilles de la Tourette, Joseph Babinski und Sigmund Freud. Heftige Kritik erfuhr Charcot vor allem aus Nancy. Man wies ihm methodische Fehler bei der Er- fassung seiner Studiendaten nach. Ausserdem kannte Charcot so manchen Patienten nur vom Papier. Dennoch leistete er auf anderen neurologischen Bereichen wichtige Forschungs- arbeit.
     

  • Sigmund Freud (1856-1939)
    Nach einem kurzen Studium bei Charcot kehrt Freud als Arzt des Wiener Allgemeinkrankenhauses zurück. Er zeigt Interesse an den Lehren Bernheims, besucht diesen und übersetzt Bernheims Lehr- buch ins Deutsche. Er ist fasziniert von der Möglichkeit unter Hypnose Symptome auftreten und wieder verschwinden zu lassen. Tragisch (für die Hypnosetherapie) endet die Begegnung Freuds mit dem Internisten Josef Breuer. Breuer setzt als Therapieform auf die "kathartische Methode", bei der der Patient sich unter Hypnose ausspricht und abreagiert. Aufgrund der unterschiedlichen Ansichten Freuds und Breuers zum Thema Hysterie kommt es zwischen beiden zum Bruch. Freud wendet sich von der "kathartischen Methode" und somit von der Hypnose ab. Freuds Hauptkritik an der Hypnose umfasst weitgehend die in der Rubrik Hypnose genannten Vorurteile. Es sei noch darauf hingewiesen, das die Hypnose auch in Kreisen der Psychoanalyse sehr wohl eine erfolgreiche Tradition hat. 

    Etwas versöhnlich muss man wohl eingestehen, das die Hypnose, so wie sie zu Freuds Wirkzeiten angewandt wurde, oftmals geradezu ein Klischee dieser Vorurteile verkörperte.
     

  • Milton Erickson (1901-1980)
    Milton Erickson, amerikanischer Arzt und Psychiater gilt heute als Vater der modernen Hypnotherapie. Er setzte vor allem auf die Wirkung von Metaphern, die den engen Bezugsrahmen des Patienten durchbrechen können und neue oder verschüttete Ressourcen wecken. Seine permissiven und indirekten Suggestionen (entgegen dem autoritären Stil vergangener Tage) markieren einen Wendepunkt in der Geschichte der therapeutischen Hypnose. Mit seinem Utili- 
    sationsprinzip (alles was der Patient mitbringt wird genutzt) wandelt er die Hypnose als ein vormals starres Ritual in eine humanistische Therapieform. Er betont stark die notwendigen Therapeutenvariablen wie z.B. Empathie zur Wirksamkeit einer Therapie (weshalb er auch immer die Gründung einer eigenen "Ericksonschen Schule" ablehnte). 
     

  • Hypnosetherapie heute

    Die Forschung zur Hypnose hat sich in den letzten zwanzig Jahren stark weiter entwickelt. So wurden in Grundlagenforschungen die Auswirkungen von Hypnose auf die Hirnreaktionen mittels EEG und bildgebenden Verfahren untersucht. In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Hypnose im medizinischen Bereich, wie etwa der physiologischen Beeinflussung des Immunsystems ratifiziert.

    Heute existiert eine Vielfallt von Therapieschulen, die mit den unterschiedlichsten Ansätzen der Hypnose kombiniert werden.

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