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Heilpraktiker Andreas Brandl
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Theorie zur Wirkungsweise

Es gibt eine Vielzahl von Hypothesen zur Erklärung der Wirkweise von Hypnose. Zwei wesentliche Theorien beschreiben auf der einen Seite die veränderte Physiologie, auf der Anderen sozial- psychologische Mechanismen, die eine Veränderung hervorrufen. Obwohl teilweise ein nicht unerheblicher fachlicher Disput zwischen den Vertretern beider Lager ausgetragen wird, so müssen sich diese Theorien nicht unbedingt widersprechen.

  1. Biologische Erklärungsversuche

  • Umstellung des Organismus
    Man nimmt an, das mit dem Eintreten einer Entspannung eine Verschiebung des Einflusses des sympathischen hin zum parasympathischen Nervensystem erfolgt. Hierbei kommt es zu einer allgemeinen Verringerung der Muskelaktivität. Diese Mechanismen machen die hypnotische Trance erklärbar.
     

  • Instinktive Reaktionen (Atavismus)
    Fühlen sich manche Tierarten bedroht, so versuchen Sie der Verfolgung
    dadurch zu entkommen, indem sie sich Tod stellen. Beim Menschen ist
    ein ähnlicher Instinkt vorhanden. Hierbei wird auch ein Phänomen der
    Abspaltung von Körperwahrnehmungen beobachtet (Dissoziation).
     

  • Verschiebung der Aufmerksamkeit
    Der veränderte Bewusstseinszustand der Trance wird hier mit einer
    verschobenen Aufmerksamkeit erklärt. Man nimmt an, das jedes Mal wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Ziel richten in eine Art Trancezustand fallen.
     

  • Verbindung zwischen mentalen und körperlichen Ereignissen
    Es ist erwiesen, das z.B. Medikamente die lediglich eine Placebo-Wirkung besitzen einen medizinisch nachweisbaren Effekt erzielen. Genau so können bildhafte Vorstellungen von der Heilung einer Wunde diesen Prozess beschleunigen. Für die Hypnose sind einige Phänomene bekannt, die sich dieser Mechanismen bedienen (Pendelbewegungen, Warzenheilung, Blutungskontrolle etc.).
     

  • Freuds Primär- bzw. Sekundärprozess
    Täglich unterscheiden wir im Denken zwischen unterschiedlichen Kriterien. Zwischen Phantasie und Wirklichkeit, Wichtig und Unwichtig etc. Wir sind fähig uns von anderen Personen zu unterscheiden, wodurch wir uns unserer eigenen Identität deutlich werden. Diesen Vorgang nennt Freud Sekundärprozess. Davon grenzt er die Zustände des Traums, gewisse Psychosen und die Trance ab. Freud spricht hierbei vom Primärprozess. Bei diesem Denkmuster werden stärker die Gemeinsamkeiten zwischen den Dingen betont. Hierbei verlieren Zeit und Unterschiede an Bedeutung. So stört sich etwa ein Weitspringer, der sich in Trance vorstellt er könne so weit springen wie ein Panther, nicht an den Unterschieden der Anatomie.
     

  • Subliminale Wahrnehmung
    Wir alle kennen das. Wir sind auf einer Party in ein Gespräch vertieft und irgend jemand im Raum erwähnt unseren Namen. Sofort wenden wir uns dieser Person zu, obwohl wir eigentlich ganz auf das Gespräch mit unserem Gegenüber fixiert waren. Die menschliche Verarbeitung, der über unsere Sinnesorgane aufgenommenen Informationen, ist offenbar zu Wahrnehmungen jenseits des bewussten Registrierens fähig. Man nimmt an, das die besondere Wirkung von Suggestionen unter Hypnose mit darauf zurückgeführt werden kann, das der Hypnotisand seinen Fokus auf die innere Wahrnehmung gerichtet hat und somit die Suggestion unbewusst aufnimmt. Dadurch können Widerstände unseres bewussten Denkens überwunden werden. 

 

2 Unser Sozialverhalten als Erklärungsmodell

 

    • Rollenerwartung
      Barber und Spanos stellten die Hypothese auf, das in einer Situation, die als Hypnose bezeichnet wird, die Teilnehmer durch bestimmte Erwartungen eine Rolle einnehmen. Der Klient lässt sich auf diese Situation ein und verhält sich entsprechend den für Hypnose bekannten Phänomenen, um die in Ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Dadurch kommt auch eine Kooperation mit dem Therapeuten zustande.
       

    • Maß an Rollenbeteiligung
      Wir sind fähig unterschiedliche Rollen im Alltag einzunehmen. Je nachdem, in welcher Situation wir so ein Rollenverhalten zeigen, desto mehr oder weniger ist unsere Beteiligung (Involviertheit) an dieser Rolle. In der Situation eines Verkaufsgespräches im Elektrofachmarkt sind wir wohl weniger in das Muster der Rolle verstrickt als in der Elternsituation. Bei einer gut durchgeführten Hypnose ist die Beteiligung an der Rolle relativ groß, weshalb sie therapeutisch ebenfalls von großem Nutzen ist.
       

    • Rückfall in frühere, kindliche Verhaltens- und Erlebnisweisen (Regression)
      Der Klient nimmt bei der Hypnose eine eher passive Haltung ein. Dies soll die Reaktivierung einer früheren Eltern-Kind Beziehung in der therapeutischen Situation begünstigen. Der Klient erlebt eine Regression. Hierdurch werden wiederum die Suggestibilität und der Primärprozess gefördert.

    Phänomene, die unter Hypnose auftreten

    1. Kognitive Veränderungen
      Orne untersuchte Probanden in Trance und stellte dabei fest, das hierbei besondere Unterschiede zum Alltagsbewusstsein vorhanden sind. Er nannte dies Trancelogik. Dies entspricht einer Logik, die Sprache wörtlich und bildlich nimmt. Im Besonderen sollen folgend zwei Phänomene geschildert werden:

      Eidetische Erinnerung:  Wallace machte Versuche mit zwei Bildern, die übereinander projiziert wurden um ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Er wies seine Probanden an, indem er nur das zweite Bild zeigte, das erste Bild zu erinnern und somit ein 3D Bild zu imaginieren. Dies funktionierte nur bei Kindern unter fünf und Probanden, die unter Hypnose in das entsprechende Alter zurück versetzt wurden.

      Hypermnesie: Die erhöhte Erinnerungsfähigkeit ist unter Hypnose wissenschaftlich nachgewiesen wurden.
       

    2. Physiologische Veränderungen
      Entgegen frühen Theorien zur Hypnose (vgl. Braid) gleicht der hypnotische Zustand eher einem entspannten Wachzustand. Dies wurde durch den Nachweis vermehrter Alpha- Aktivitäten im EEG belegt. Bei Untersuchungen mittels bildgebenden Verfahren (SPECT, PET) wurden Veränderungen des Frontalhirns, sowie eine Verlagerung der Aktivitäten im Gehirn von der dominanten hin zur nicht dominanten Hirnhälfte nachgewiesen.

      Es sind zahlreiche vegetativen Veränderungen des autonomen Nervensystems festgestellt worden: verminderte Ausschüttung von Stresshormonen, herabgesetzter Muskeltonus, gesenkte Herzrate, verminderter Blutdruck und Atemfrequenz.
       

    3. Psychosomatische Veränderungen
      Das Empfinden sowohl bei akutem, sowie bei chronischem Schmerz kann durch Hypnose wesentlich geschwächt werden (Analgesie). Zu diesem Anwendungsgebiet wurden zahl- reiche Untersuchungen unternommen. Dieses Phänomen wird heute vor allem zur Behand- lung von chronischen Schmerzen und Brandwunden, bei der Entbindung, zur Zahnbehand- lung und bei operativen Eingriffen genutzt.

      Es gibt Untersuchungen, die eindeutig Nachweisen, das Hypnose dermatologische Veränderungen bewirkt. Hierbei wurden erfolgreich Herpes simplex, Warzen und Ichtyosis behandelt.

      Die Wirksamkeit von Hypnose wurde außerdem bei der Kontrolle von Blutungen bei Operationen sowie beim Morbus Raynaud (spassmusartige Verengung der Blutgefässe an den Fingern) nachgewiesen. 

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    © Andreas Brandl