Psychosomatik
Wenn man von Psychosomatik spricht, so
meint man körperliche Leiden, die auf einen seelischen Ursprung
zurückgeführt werden können. Eine organische Ursache liegt bei
ihnen nicht vor. In Fachkreisen schätzt man, das in 80% der Fälle
aller körperlichen Beschwerden eine psychische Ursache
vorliegt.
Die meisten Menschen sind nicht
minder empört, wenn sie mit dem psychische Ursprung ihrer Beschwerden
konfrontiert werden. "Ich bin doch nicht verrückt!" In
unserer Gesellschaft steht wohl noch immer das Wort "Psycho"
Pate für ein geistiges Defizit, das man sich unter keinen Umständen
eingestehen möchte. Tatsächlich wird mit der Wortkreation
Psychosomatik das Wort Psyche (Seele) und das Wort Soma
(Körper) verbunden. Bei dieser Art Erkrankungen manifestieren
sich seelische Konflikte, Leiden und Schmerzen über die Reaktionen
des Körpers. Das Symptom steht so zu sagen als Synonym für die
erlangten psychischen Schmerzen.
Hunderttausende von
Menschen sind davon betroffen. 20% von Ihnen leiden stärker unter den
Beschwerden. Im medizinischen Alltag wird nur zu oft lediglich das
körperliche Symptom behandelt. Die psychische Komponente bei der
Krankheitsentstehung wird meist ignoriert. Wir betrachten unsere
Beschwerden unter einem rein technischen Aspekt, der die Sicht auf
eine ganzheitliche Krankheitslehre verdeckt. Der Defekt soll, wie beim
Auto, repariert und behoben werden.
Die Folgen davon sind:
Immer wieder kehrende Beschwerden ohne organische Ursachen, evtl.
wechselnde Symptombilder und Schäden am Körper durch medizinische
Eingriffe oder medikamentöser Therapie. Genau hier setzt die
psychosomatische Medizin an. Nach einer allgemeinmedizinischen
Diagnose, die einen negativen Organbefund erbracht hat, wird in einer
Therapie die psychische Ursache Schritt für Schritt angegangen.
Gerade bei psychosomatischen Beschwerden hat die Hypnotherapie in den
vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erlangt.
Zu Beschwerdebildern,
die oftmals psychosomatisch bedingt sind gehören u.a.:
-
Rückenbeschwerden
-
Magen- und
Darmbeschwerden
-
Hautkrankheiten
-
Erkrankungen der Atemwege
-
Schlafstörungen
-
Migräne, Müdigkeit
-
Abgeschlagenheit,
nervöse Unruhe
Ein Hauptauslöser für
solche Beschwerden ist z.B. Stress. Ein gesundes Maß an Stress
(Eu-Stress) ist leistungsfördernd und hilft uns bei der Erreichung
unserer Ziele. Chronisch und belastend, als Dys-Stress macht er uns
jedoch krank. Nachfolgend finden Sie einen
Selbsttest, der vielleicht etwas Licht in Ihren Umgang mit
Stress bringt.
Selbsttest:
Online Fragebogen, wie gehen Sie mit Stress um
Besonders anfällig für allerlei Erkrankungen ist man natürlich
auch, wenn das Selbstwertgefühl am Boden ist. Ein geringes
Selbstvertrauen ist nicht nur für unser Ego fatal, es erhöht auch das
Risiko an einem psychosomatischen Leiden zu erkranken. Hier finden Sie
einen Selbsttest zur Einschätzung Ihres Selbstwertgefühles.
Selbsttest:
Online Fragebogen, wie hoch ist Ihr Selbstwertgefühl
Natürlich ist man nicht verrückt, nur weil man die Dienste eines
Therapeuten in Anspruch nimmt. Ganz im Gegenteil, man geht einen
Schritt sich selbst entgegen indem man durch die Hilfe eines
Therapeuten seine ureigensten Resourcen wieder entdeckt. Der
anschließende Fragebogen soll die Frage klären, ob Sie ggf. von
einer Beratung oder Therapie profitieren könnten.
Selbsttest:
Online Fragebogen, könnte mir eine Therapie helfen
Hypnotherapie bei
psychosomatischen Erkrankungen
Die Wirksamkeit von
Hypnotherapie bei psychosomatischen Erkrankungen wurde in einigen Studien
bereits nachgewiesen. Nachfolgend habe ich zwei Studien angeführt.
Studie 1: "Hypnotherapeutische
Behandlung von Schlafstörungen" (Schultz & Weinmann 2001)
Ergebnisse:
·
Nächtliche Wachliegezeit: Diese senkte
sich nach dem Treatment signifikant in der Experimentalgruppe, während
die Kontrollgruppe keine Veränderungen verzeichnete.
·
Einschlaflatenz: Diese senkte sich nach dem
Treatment ebenfalls signifikant in der Experimentalgruppe, während
die Kontrollgruppe keine Veränderungen verzeichnete.
·
Gesamtschlafzeit: Diese erhöhte sich nach
dem Treatment signifikant in der Experimentalgruppe, während die
Kontrollgruppe keine Veränderungen verzeichnete.
·
Focussing (Erwartungsängste gegenüber dem
Ein- und Durchschlafen): Dieses verminderte sich signifikant in der
Experimentalgruppe, während die Kontrollgruppe keine Änderungen
verzeichnete.
Es
zeigte sich eine signifikante Reduktion der mittleren
Wachliegezeiten
(Schlaftagebuch) der Hypnosegruppe von der Prä-Messung bis zum
Ende
des Katamnesezeitraumes (p=0,001). In der
Warteliste-Kontrollgruppe
konnte keine Änderungen verzeichnet werden.
Studie 2: "Hypnotherapie
bei Neurodermitis" (Senser
2001)
Ergebnisse:
·
SCORAD-Werte:
Obwohl sich beide Versuchgruppen hinsichtlich der SCORAD-Werte bei der
Prä-Messung nicht signifikant unterscheiden, verbesserte sich die
Hypnosegruppe signifikant nach dem Treatment, während sich in der
Kontrollgruppe die Hautwerte weiter verschlechterten.
·
DLQI-Werte:
Obwohl sich beide Versuchgruppen hinsichtlich der DLQI-Werte bei der
Prä-Messung nicht signifikant unterscheiden, verbesserte sich die
Hypnosegruppe signifikant nach dem Treatment, während sich in der
Kontrollgruppe die Werte weiter verschlechterten.
·
Juckreiz
und Kratzstärke nahmen in der Hypnosegruppe ebenfalls signifikant ab,
während sich innerhalb der Kontrollgruppe keine Veränderungen
ergaben.
Der
objektive Hautzustand (Severity Scoring of Atopic Dermatitis, SCORAD)
verbesserte sich signifikant in der Hypnosegruppe von der Prä- zur
Postmessung
(p=0,000). In der Warteliste-Kontrollgruppe verschlechterte sich der
Hautzustand
signifikant zwischen den beiden Messzeitpunkten (p=0,000).
Studie 3: "Hypnotherapie
bei Migräne" (Faran 2002)
Ergebnisse:
·
Es
zeigte sich in der hypnotherapeutisch behandelten Experimentalgruppe
eine signifikante Reduktion sämtlicher Migräne-Kriterien wie z.B.
der Migräne-Tage, der Dauer der Migräne-Attacken und der subjektiv
empfundenen Intensität. Die signifikante Reduktion fand von der Prä-Messung
zur Post-Messung, direkt nach dem Treatment statt. Danach blieben alle
Kriterien auf niedrigem Niveau konstant.
·
Veränderung
der CNV-Amplituden (Kortikale Aktivität): Nach der Hypnotherapie
konnte eine signifikante Veränderung der CNV-Amplituden (zwischen
Baseline und Follow-up) verzeichnet werden. Die kortikale Aktivität
der Migräne-Patienten stieg signifikant. Der Vergleich mit der
gesunden Kontrollgruppe erbrachte vor dem Treatment eine signifikant
geringere kortikale Aktivität bei der Hypnosegruppe. Nach der
Hypnosebehandlung bestand kein Unterschied mehr zwischen den Gruppen.
Die Psychotherapiegruppe zeigte hinsichtlich der hirnphysiologischen
Parameter sogar einen stärkeren Effekt über die Zeit (Erhöhung der
kortikalen Aktivität) wie die Gruppe, die mit dem Medikament Natil®
behandelt wurde.

Es
zeigte sich eine signifikante Reduktion der mittleren Anzahl der Migräne-Tage
pro Monat (Migräne-Tagebuch) nach der Hypnosebehandlung (p=0,001).
Die
Anzahl blieb anschließend auf dem niedrigen Niveau stabil. In der mit
dem Wirkstoff
Cyclandelat (Natil®) behandelten Kontrollgruppe konnte kein Effekt über
die
Zeit nachgewiesen werden.
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